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18.10.11 12:14 Alter: 6 Jahre

470 Stunden Freizeit für den Weg in den Beruf geopfert

„Schüler fit für die Ausbildung“ - Lück Schrauben als Ausbildungsbetrieb übernimmt Theodor Stuckert nach erfolgreicher Prüfung zum Maschinen- und Anlagenführer.


Theodor Stuckert bei Lück Schrauben GmbH

Theodor Stuckert bei Lück in Gevelsberg Foto: Volker Speckenwirth

Gevelsberg. Theodor Stuckert hat sich den Weg in den Beruf nicht leicht gemacht. Ein Jahr lang hat der heute 21-Jährige nicht nur auf freie Wochenenden, sondern auch auf die Oster- und Herbstferien verzichtet, um einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Nun hat er seine Prüfung zum Maschinen- und Anlagenführer bestanden und wurde von seinem Ausbildungsbetrieb, „Lück Schrauben“ in Gevelsberg, übernommen.

„Schüler fit für die Ausbildung“ heißt das Programm der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK), das sich an Schülerinnen und Schüler richtet, die nach der 10. Klasse in der Haupt- oder Gesamtschule in den Beruf wechseln wollen. Der Preis für die Jugendlichen ist hoch. Freitags nach der Schule geht es in die Lehrwerkstatt, an den Samstagen auch. In den Schulferien stehen Praktika in Betrieben im Terminkalender. „Da finden sie Freiwillige, die das machen?“, wunderte sich selbst Gerhard Wagener, Geschäftsführer bei „Lück Schrauben“. Viele junge Menschen sind anscheinend stärker engagiert, als Erwachsene sich vorstellen können.

Natürlich gibt es auch andere. „Einige von meinen Mitschülern haben es für Zeitverschwendung gehalten“, sagt Theodor Stuckert. Drei Klassenkameraden schlugen aber den selben Weg ein und opferten 470 Stunden Freizeit im letzten Schuljahr für die Maßnahme, die von der Agentur für Arbeit unterstützt wird.

„Die Teilnehmer haben die Chance, zu testen, welcher Beruf am besten zu ihnen passt“, sagt Gerd Eigenbrodt, der für das Projekt verantwortlich ist. So war es auch bei Theodor Stuckert. Er wollte eigentlich in einer Autowerkstatt einen Ausbildungsplatz finden. Das passte gar nicht zu ihm, fand er bei einem Praktikum heraus. Als er seine nächsten Schulferien gegen die Arbeit im Betrieb tauschte, war das ganz anders. Diese Praktikum machte er bei Lück in Gevelsberg und fand dabei seinen Ausbildungsplatz.

Gevelsberg, 18.10.2011, Klaus Bröking, am 19.10.11 erschienen in der Westfalenpost und unter derwesten.de